Vor über 100 Jahren machte ein Knochenfund Mauer berühmt
Die Kinder aus Schönau werden den Herrn Hartmann wohl so schnell nicht wieder vergessen. Mit dem SPD-Ortsverein führte das Ferienprogramm der Stadt Schönau nach Mauer. Als die Rede auf den Homo kam, sah man in den Gesichtern so manches verschmitzte Lächeln, doch nachdem Lucia Thielen zu erzählen begann, dass ein berühmter Kiefer im Mittelpunkt dieses Nachmittags stehen wird, der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis, gefunden 1907 in Mauer, waren die Kinder auf die weitere Geschichte ganz gespannt..
Im Schulungsraum des Vereins „Homo Heidelbergensis in Mauer“ im Heid´schen Haus war es mucksmäuschenstill, als Lucia Thielen über den Knochen sprach. Vor allem über den Finder gab es einiges zu berichten. Der Arbeiter Daniel Hartmann war sich sehr wohl im Klaren, in der Sandgrube Grafenrain etwas Besonderes gefunden zu haben. Der Heidelberger Privatgelehrte Otto Schretensack hatte dort schon 1887 den Schädel eines Waldelefanten gefunden, wonach die Arbeiter in der Sandgrube besonders auf Fossilien achteten Als Hartmann den ca. 600 000 Jahre alten Knochen gefunden hatte, soll er ausgerufen haben: „Jetzt hab isch den Adam gfunne“.
Die Kinder konnten die originalgetreue Nachbildung des Kiefers befühlen und so manch Einer, legte ihn sich auch im Gesicht an, und schnell wurde befunden, er würde auch heute noch gut funktionieren.
Da das Wetter gut mitspielte begab man sich nun auf eine Zeitreise in die Vergangenheit auf dem Weg zur Fundstelle. Lucia Thielen erklärte den Kindern, dass sie sich nun vorstellen könnten, bei jedem Schritt 500 Jahre in die Vergangenheit zu reisen. Die wurde auf den Schautafeln unterwegs anschaulich verdeutlicht und die Kinder bestaunten die Tiere, die in den einzelnen Zeitepochen lebten.In der Sandgrube angekommen, wurde den Kindern schnell klar, wie anstrengend doch die Arbeit von Daniel Hartmann gewesen sein muss, der dort ein Leben lang Sand geschöpft hat.
Wieder zurück im Heid´schen Haus, konnten die Kinder mit Werkzeugen aus der Zeit des Neandertalers ein Flirrholz basteln, mit Hilfe derer sich die Neandertaler über weite Strecken damals verständigten. Die Kinder waren erstaunt, dass ein einfaches mit Steinen bearbeitetes Holzstück an einer Schnur beim schnellen im Kreis drehen solche lauten Töne erzeugt und nahmen es gerne mit nach Hause, um es stolz ihren Eltern vorzuführen.


